Bis 1972 Ceylon, Hauptstätte des Hinayana-Buddhismus, der bereits im 3. Jh. v. Chr. mit einem Zweig des Bodhibaumes, des Baumes der Erleuchtung, auf die Insel gekommen sein soll. Im 1. Jh. v. Chr. wurde hier der Pali-Kanon niedergeschrieben. Im Zentrum des Kultes im Tempel zu Kandy (Zahntempel) stand die Verehrung von Buddhas Hauptreliquie, seines Zahnes, der im 16. Jh. von den Portugiesen verbrannt, dann aber angeblich auf wunderbare Weise durch einen anderen ersetzt wurde. Daneben wirkt bis heute ein primitiver Geisterkult nach, mit Teufelstänzen, in denen die Ausführenden in Besessenheitszustände geraten, die an Schamanismus erinnern.
Lit.: Bertholet, Alfred: Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Kröner, 4. Aufl. 1985.