Spurensteine

Eine numinose Bedeutung erhielten S., in denen der Legende nach Heilige, aber auch Unholde ihre Abdrücke hinterlassen haben sollen, so z.B. der bekannte Mang oder Magnustritt bei Füssen. Es handelt sich dabei um eine schuhförmige Vertiefung in einem über die Füssener Lechschlucht ragenden Felsen, die angeblich den Fußabdruck des hl. Magnus (8. Jh.) zeigt, den dieser bei seiner Flucht vor den Dämonen über die Schlucht hinterlassen haben soll.
Besonders berühmt wurde der Stein mit den legendären Abdrücken des hl. Wolfgang in einer Seitenkapelle der Wallfahrtskapelle St. Wolfgang im Salzkammergut. Dort bildeten sich in einem anstehenden Kalkfelsen durch Erosion Vertiefungen und Rillen, die menschlichen Eindrücken ähnlich sind.
In diesem Zusammenhang sei auch die Stelle der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo erwähnt, wo zur Verherrlichung des Attentäters Gavrilo Prinćip dessen Fußspur in Beton eingelassen wurde.
Das Motiv von S.n findet sich ebenso in anderen Kulturen und Religionen. Genannt seien u.a. die angeblichen Fußspuren Mohammeds oder jene Buddhas am Adam’s Peak in Sri Lanka.

Lit.: Resch, Andreas: Im Kraftfeld des christlichen Weltbildes (Imago Mundi; 1). Innsbruck: Resch, 1984.

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