Spontanes Auftreten paranormaler Erscheinungen mit starkem parapysikalischen Einschlag (Poltergeistphänomene); manifestieren sich mit „emotionaler Resonanz“ (H. Bender) auf akustischem (Klopflaute, Schritte usw.)‚ optischem (Geistererscheinung in Form von Phantomen, Werfen von Steinen, Apporte) und haptischem Gebiet (kühler Hauch, Berührungen). Meist laufen die ungewöhnlichen Ereignisse monoton-stereotyp ab oder steigern sich gelegentlich bis zur Unerträglichkeit. Seit der Antike bezeugt (etwa bei Plinius dem Jüngeren, > Spukhaus von Athen).
Die promovierte Zoologin und spätere Spukforscherin Fanny Moser (1872-1953) unterscheidet:
1. Lokaler (ortsgebundener) Spuk: anscheinend an einen bestimmten Platz gebundene Spukphänomene (Spukhäuser, Klöster, Burgen, Schlösser) mit oft lang dauernder Spuktradition, unterbrochen durch längere spukfreie Intervalle. Häufig liegen gewaltsame Todesfälle oder sonstige Tragödien zugrunde. Urheber sind nach spiritistischer Deutung die früheren Bewohner des Ortes. Animistisch wäre an eine hypothetische Imprägnierung der betreffenden Räumlichkeiten zu denken.
2. Personaler (persongebundener) Spuk: tritt meist in der Umgebung und bei Anwesenheit eines oft unbewusst spukenden Mediums (z.B. bei Pubertätsspuk) auf, das ein affektives Feld schafft bzw. Spannungssituationen intrapsychischer Konflikte auf diese Weise abreagiert (z.B. Fall Rosenheim). ‒ Nur in seltenen Fällen liegt theologisch die Annahme einer Um- oder Besessenheit nahe. > Spuk.
Lit.: Zahlner, Ferdinand: Kleines Lexikon der Paranormologie. Hrsg. Andreas Resch. Abensberg: Verlag Josef Kral, 1972.