Der Ausdruck ist ursprünglich nur niederdt. (spōk, spūk) und niederländ. (spook) bezeugt und wurde im 17. Jh. in das Hochdeutsche übernommen. Er bezeichnet sich wiederholende, u.U. variierende, spontane psychokinetische Erscheinungen. > Recurrent Spontaneous Psychokinesis.
S.phänomene können visuell, optisch oder haptisch wahrgenommen werden und wurden gelegentlich durch Bild- oder Tonträger objektiviert.
Dabei wird unterschieden zwischen:
Personengebundener (personaler, mediumistischer) Spuk, hinter dem häufig pubertierende Jugendliche oder sterbende Personen vemutet werden. Er kann aber auch der Effekt einer (paranormalen) gruppendynamischen Interaktion sein.
Der p. S. äußert sich hauptsächlich durch physikalische Phänomene, wie paranormale Bewegung von Gegenständen (Telekinesen), Öffnen von Türen usw. Hierunter fallen die sog. Poltergeist-Phänomene.
Ortsgebundener (lokaler) Spuk, der über lange Zeit hinweg in unregelmäßiger Folge immer am gleichen Ort auftritt.
Die spukhaften Erscheinungen beinhalten gesehene Gestalten, gehörte Schritte, gehörtes Seufzen, Schreien und Reden.
Als Beispiel dafür ist die vor allem in Schlössern wiederholt beobachtete Weiße Frau zu nennen. Während der Spiritismus hier von verstorbenen Agenten als Verursacher spricht, vermuten Vertreter des Animismus eine „Imprägnierung“ der betreffenden Lokalität.
Manchmal wird noch eine dritte Kategorie ins Treffen geführt ‒ der zeitgebundene Spuk, der bevorzugt am Jahrestag eines bestimmten tragischen Ereignisses in Erscheinung treten kann. > Spukphänomene.
Lit.: Ringger, Peter: Parapsychologie: die Wissenschaft des Okkulten. Zürich: Werner Classen Verlag, 1957; Bonin, Werner F.: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976; Moser, Fanny: Spuk: ein Rätsel der Menschheit. Frankfurt/M.: Fischer, 1985; Lucadou, Walter von: Deutungsmöglichkeiten (Modelle) für Spuk (RSPK-Fälle), in: Andreas Resch: Aspekte der Paranormologie: die Welt des Außergewöhnlichen (Imago Mundi; 13). Innsbruck: Resch, 1992, S. 401-424.