Spruchheilen

Traditionelle, spirituelle Heilmethode mit langer Geschichte in Österreich, aber auch in anderen Teilen der Welt verbreitet. In Österreich ist das S. oft in einen christlichen Kontext eingebettet. Man versteht unter dem Begriff die Ausübung des Wortzaubers, inkl. stilles oder lautes Rezitieren von Worten, Sprüchen, Segen, Gebeten oder Beschwörungen. Dazu kommen „Hauch- und Berührungszauber“ sowie bestimmte Handlungen wie Handauflegen, Umkreisen einer erkrankten Stelle mit dem Finger, Streichen oder Blasen.
Je nach Region wird das S. als Bereden, Segnen, Beten, Gesundbeten, Verbeten, Vertreiben, Bannen, Berufen oder als Brauchen (im Sinne von mit „Sympathie“ heilen) bezeichnet. In Ostösterreich ist der Ausdruck „Wenden“, in Tirol sind speziell die Begriffe „Anheben“ oder „Antun“ gebräuchlich. Die verwendeten Segen und Sprüche, die sich teilweise bis in das 10 Jh. zurückverfolgen lassen, sind aufgrund schriftlicher und mündlicher Überlieferung in den letzten Jahrhunderten annähernd konstant geblieben.

Lit.: Jütte, Robert: Geschichte der Alternativen Medizin: von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. München: C.H. Beck, 1996.

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