Historischer Begriff für eine in antiken Schriften erwähnte magische Pflanze, die dort häufig in Verbindung mit dem Specht und der Fähigkeit, Schlösser zu sprengen bzw. Türen zu öffnen, gebracht wird. Darüber berichtet Plinius in seiner Historia Naturalis. Heute wird der Begriff auf verschiedene Pflanzen, etwa die giftige Euphorbia Lathyris (Kreuzblütige Wolfsmilch), angewandt. Der Glaube an die geheimnisvolle Kraft der Pflanze war so stark, dass z.B. die mittelalterlichen Gefängnisse besonders gesichert wurden. Zauberer und Hexen setzte oder hängte man in eine Art von Schaukel, um zu verhindern, dass sie den Boden berührten und sich so die S. beschaffen konnten, wozu jedoch nur der Specht in der Lage sein soll ‒ daher die volkstümliche Bezeichnung „Spechtwurzel“.
Lit.: Schöpf, Hans: Zauberkräuter. Graz: Akadem. Druck- u. Verlagsanst., 1986.