Sie steht vor der Schwierigkeit, Unsagbares zum Ausdruck zu bringen. Das Sprechen des Mystikers ist ein Ringen mit der Unzulänglichkeit und Alltäglichkeit der bestehenden Sprache.
Die S. d. M. steht im Gegensatz zum rationalen Denken und versucht, sich mit Hilfe von Symbolen, Metaphern und neuen Wortschöpfungen dem Unaussprechlichen zu nähern. So sprechen Mystiker bisweilen von einer „verstümmelten“ oder „behinderten“ Zunge, von der Angst, den Ganz-Anderen in die Sphäre des Profanen herabzuziehen, sowie vom Verlangen, sich in sich selbst zurückzuziehen. Daher wird gerade das Schweigen zur S. d. M., weil in dem in der Stille gesprochenen Wort, das nicht mehr an Laute und Formulierungen gebunden ist, die Transzendenz durchbricht.
Andererseits ist die S. d. M. bemüht, zur Überwindung der Alltagssprache neue Begriffe zu schaffen, wie es für die deutsche Mystik des Mittelalters kennzeichnend ist. Um solchen Worten größere Wirkkraft zu verleihen, wird häufig der Superlativ verwendet, z.B. Übergottheit, Überwesenheit, Übernichts (Angelus Silesius). Andere Mystiker, wie Meister Eckhart oder Johannes vom Kreuz sehen gerade in der Umschreibung Gottes als Nichts, Finsternis, Dunkle Nacht usw. eine Möglichkeit, überwältigenden Erfahrungen Ausdruck zu geben.
Nicht zuletzt kennt die S. d. M. auch den Weg der Poesie, um etwa Liebeserfahrungen (Minne) oder das Mitleiden mit dem Gekreuzigten wiederzugeben. Doch bleibt der dichterische Ausdruck dabei immer nur Hilfsmittel.
Lit.: Dinzelbacher, Peter: Wörterbuch der Mystik. Stuttgart: Kröner, 1989.