Spontane Selbstverbrennung

(Engl. Spontaneous Human Combustion (SHC)), ohne erkennbare Ursache erfolgende Selbstentzündung einer Person, Verbrennen eines lebenden Menschen, während Gegenstände in der unmittelbaren Umgebung häufig unversehrt bleiben.
Mangels bestätigter Augenzeugenberichte für dieses Phänomen werden verschiedene, teils abenteuerliche, Erklärungsversuche ins Treffen geführt:
‒ Exzessiver Alkoholkonsum, basierend auf der Annahme, dass durch übermäßiges Trinken brennbarer Spirituosen der menschliche Körper selbst brennbar werde;
‒ Elektrostatische Entladung bei Personen mit besonders trockener Haut;
‒ Chemische Reaktionen aufgrund eines psychosomatischen Prozesses;
‒ Kontakt mit einem Kugelblitz;
‒ Dochteffekt, eine vor allem unter Wissenschaftlern verbreitete Erklärung, wonach eine offene Flamme (z.B. Zigarette) die Kleidung des Opfers in Brand setze. Brenne das Feuer lange und heiß genug, würde sich das direkt unter der Haut befindliche Fettgewebe verflüssigen und so das Fett verbrennen ‒ ähnlich, wie eine Kerzenflamme sich vom Wachs nährt.
‒ Aus kriminalistischer Sicht sei eine Selbstentzündung nahezu unmöglich, da der Körper zum Großteil aus Wasser besteht und außer Fett und Methan keine brennbaren Bestandteile enthält. Offizielle Berichte in diesem Zusammenhang würden zeigen, dass die Opfer sich zumeist in der Nähe einer Feuerquelle befanden oder eine solche in Händen hielten. Der Umstand, dass sich Feuer vertikal schneller ausbreitet als horizontal, würde erklären, warum die Umgebung kaum in Mitleidenschaft gezogen wird.
In Literatur und Film wurde das Thema wiederholt genutzt.

Lit.: Bonin, Werner F.: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976; Benecke, Marc: Spontane Selbstentzündung vom Menschen (SHC): Widerlegung eines Kapitels aus dem Volksglauben. 6. Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin. Berlin: Humboldt-Universität, 1997.

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