(Plantago lanceolata), gehört zur Familie der Wegerichgewächse und ist eine uralte germanische Heilpflanze. Ein angelsächsischer Heilsegen in einer vermutlich aus dem 11. Jh. stammenden Handschrift beruft sich auf den Wegerich, der schon in seinem Namen die Bedeutung „Wegbeherrscher“ trägt: „Und du / Wegerich / Mutter der Pflanze / offen nach Osten / mächtig im Innern / über dich knarren Wagen / über dich ritten Frauen / über dich schrien Bräute / über dich schnaubten Farren / allen widerstandest du / und setzt dich entgegen / so widerstehe du auch dem Gift und der Ansteckung / und des Übels / das über das Land dahinfährt.“
Im Spätmittelalter soll allerlei Zauber mit dem Kraut getrieben worden sein, der wiederholt in Rezepten alter Kräuterbücher (gegen Fieber, Drüsenschwellung, Kropf usw.) erwähnt wurde und so Eingang in die Volksmedizin fand.
Lit.: Schöpf, Hans: Zauberkräuter. Graz: Akadem. Druck- u. Verlagsanst., 1986.