Altitalisches Orakeltier, römischer Schutzgott der Landwirte, heiliger Vogel des römischen Gottes Mars, der ursprünglich eine vegetative Frühlingsgottheit war. Als dessen Diener soll der S. Romulus und Remus (geistige) Nahrung, vermutlich Offenbarungen, gebracht haben.
Im mitteleuropäischen Raum galt der S. als Wetterkünder bzw. als Blitzvogel. Schon im alten Griechenland glaubte man, dass der Vogel durch Anzapfen der Eichbäume den Sommerregen ankündige. Die Eiche, die als Baum der Weissagung gesehen wird, ist der bevorzugte Nistplatz des Spechts. Man weihte ihm zum Teil ganze Wälder. Daran erinnert heute noch der Spessart, der ursprünglich „Spechteshart“ hieß.
In manchen Regionen, z.B. in der Südsee, bei nordamerikanischen Indianern, in einigen indogermanischen Überlieferungen, wird dem S. eine Beziehung zum Feuer nachgesagt, dessen Entstehung oder Herbeischaffung ihm zu verdanken sei.
Die christliche Ikonografie versteht sein ständiges Klopfen als Sinnbild unablässigen Gebets. Speziell der Grünspecht rückt als Vertilger von Würmern (Teufelstiere) in die Nähe eines Christussymbols, während der Schwarzspecht den Teufel symbolisiere. So behauptet der Physiologus, dass dieser „an die Herzen der Menschen anschlägt und forscht, ob sich moralisches Ungeziefer findet, und wenn möglich, nistet er sich ein“.
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