Soubirous, Bernadette

Ordensname Sr. Marie-Bernarde (* 07.01.1844 Lourdes; † 16.04.1879 Nevers), heilig (8. Dezember 1933, Fest: 16. April, in den Diözesen Tarbes-Lourdes und Nevers am 18. Februar), Seherin von Lourdes.
S. wuchs als erstes kränkliches Kind des Mühlenpächters François Soubirous und der Louise Casterot in Armut auf. Im Mai 1856 wurde die Familie aus ihrer Wohnung vertrieben und von einem Verwandten (André Sajous) im „Cachot“, rue des Petits-Fossés, aufgenommen. Im Sept. 1857 wurde Bernadette zu Marie Lagues nach Bartrès geschickt, um dort auf die Kinder aufzupassen und die Schafe zu hüten. Im Januar 1858 kehrte sie ‒ durch ein inneres Drängen dazu motiviert ‒ nach Lourdes zurück, um sich auf ihre erste hl. Kommunion vorzubereiten (3. Juni). Zwischen 11. Februar und 16. Juli 1858 hatte B. in der Grotte Massabielle am Ufer des Gave 18 Erscheinungen einer „Dame in Weiß“, die sich erst bei der 16. Erscheinung als „Maria“ (Die Unbefleckte Empfängnis) zu erkennen gab. Am 29. Juli 1866 trat B. in Nevers-sur-Loire in das Kloster der Kranken- und Schulschwestern (Soeurs de la Charité) St. Gildard ein und erhielt den Namen Sr. Marie-Bernarde. Die zeitliche Profess legte sie am 30.10.1867, die ewige am 22.09.1878 ab.
1879 starb S. Ihr unverwester Leib ruht in einem Glasschrein in der Kirche St. Gildard in Nevers. Die erste Exhumierung (zwecks sog. Wiedererkennung) erfolgte nach Abschluss des bischöflichen Informationsprozesses am 22. September 1909. Am 13. August 1913 wurde in Rom der Seligsprechungsprozess eingeleitet. Durch den Krieg verzögerte sich das Verfahren. Neuerliche Exhumierung am 3. April 1919; Bestätigung der Heroizität der Tugenden am 18. November 1923. Bei der dritten Exhumierung am 18. April 1925 wurde wegen der geschwärzten Körperteile für die Wachsmaske ein Abguss von Gesicht und Händen vorgenommen. Nach der Seligsprechung wurde der Körper Bernadettes am 18.07.1925 in den Reliquienschrein eingeschlossen. Ihre Erscheinungen wurden 1862 kirchlicherseits anerkannt.
Für die katholische Kirche wurde durch Papst Pius X. 1907 das Fest der Erscheinung der Muttergottes in Lourdes für den 2. Februar angeordnet. Von den über 7.000 dokumentierten und ca. 3.500 ärztlich bestätigten Heilungen (insgesamt wohl über 10.000) wurden kirchlicherseits bisher nur 70 als Wunder anerkannt.
Angeblich erhielt Bernadette auch Voraussagen für die Zukunft, namentlich für das Ende des 20. Jahrhunderts ‒ dies laut einem Brief, den sie 1879 an Papst Leo XIII. geschrieben haben soll; er wurde erst 1998 von P. Antoine LaGrande in der Vatikanischen Bibliothek entdeckt.

Lit.: Blazy, J.: Die hl. B. S. Dt. v. Franz Jos. Buchegger. Samen, 1926, 2. Aufl. 1933, Schürholz, Gisela: Zola-Huysmans-Werfel: Das Wunder von Lourdes (Diss., Frankfurt/M., 1952; Saint-Pierre, Michel de: B., die wahre Geschichte von Lourdes (1954); Von Matt, Leonard/Trochu, Francis: B. S., übers. v. Walter Kessler. Wien, 1956; Ravier, P. André: Der Leichnam der heiligen Bernadette. Nach den Archiven des Klosters von St. Gildard, der Diözese u. d. Stadt Nevers. o.J.; Resch, Andreas: Die Wunder von Lourdes: 69 anerkannte Heilungen (Reihe R; 5). Innsbruck: Resch, 2., verb. Aufl. 2015.

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