Spätantiker Text, der nach dem Volkskundler Dieter Harmening (1937-2016) auf heidnische Gewohnheiten des Losens mit Stäben zurückgeht: „…den Austausch der Götternamen gegen Namen von den Heiligen dürfte die Benennung sortes sanctorum sichtbar machen… Die sortes sanctorum haben mit der heidnisch-christlichen Tradition des Buch- bzw. Bibelorakels nichts zu tun. Unter christlichem Namen leben vielmehr kultische Praktiken mantischen Losens aus heidnischer Zeit weiter“ (Harmening, 203f.).
Lit.: Harmening, Dieter: Superstitio, Überlieferungs- und theoriegeschichtliche Untersuchungen zur kirchlich-theologischen Aberglaubensliteratur des Mittelalters. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 1979.