(* 1597/98, † 30.01.1627), Klarissin, als Hexe hingerichtet.
S. trat 1614 in das Kloster St. Klara in Köln ein. Sie stand im Ruf einer „lebenden Heiligen“, deren Fürbittgebet andere zu heilen vermochte. Dieser Ruf wurde von ihrem Beichtvater und Biografen verbreitet. Während ihrer langen schweren Krankheit 1621/22 soll sie eine Reihe von Visionen gehabt haben, die in dem vom Beichtvater geführten Tagebuch als Jenseitsreisen dargestellt wurden, auf denen sie von Christus den Auftrag erhalten habe, für die Sünden der Welt zu leiden. Selbst Anfechtungen des Teufels soll sie dabei ausgesetzt gewesen sein. Zweifel an ihrer Heiligkeit äußerte der päpstliche Nuntius in Köln, der auch Rom darüber unterrichtete.
Wie an vielen Orten sollen sich auch im Kölner Kloster zu dieser Zeit angebliche Fälle von Besessenheit ereignet haben, wobei „besessene“ Nonnen S. beschuldigten, von ihr verhext worden zu sein. Im Mai 1626 wurde S. zunächst im kurfürstlichen Schloss in Lechenich für acht Monate inhaftiert. Schließlich ordnete Kurfürst Ferdinand Verhöre mit Folter an. Dabei bezichtigte S. die Kölner Postmeisterin Katharina Henot der Hexerei im Kloster St. Klara. Diese wurde daraufhin im Januar 1627 verhaftet und im Mai 1627 in Köln Melaten hingerichtet.
S.A. von Langenberg wurde wegen Hexerei und anderer Exzesse zun Tod verurteilt. Am 30. Januar 1627 wurde sie stranguliert und anschließend in Hettikoven bestattet. Von einer Verbrennung des Leichnams wurde auf Ersuchen hin abgesehen.
Neben dem Verfahren gegen Maria Renata Singer von Mossau gehörte der Prozess gegen S.A. von Langenberg zu den wenigen, in denen eine Ordensfrau als Hexe öffentlich angeklagt und hingerichtet wurde.
Jedenfalls begann damit eine Reihe von Hexenprozessen im Kurfürstentum, die nicht wenige Opfer forderten. > Singer von Mossau, Maria Renata.
Lit.: Stommel, Hanna: Hexenverfolgung im ehemaligen kurkölnischen Amt Lechenich. Jahrbuch der Stadt Erftstadt 2002, S. 24-46; Burkardt, Albrecht: Die Visionen der Sophia Agnes von Langenberg, in: J. Beyer/A. Burkardt/F. van Lieburg/M. Wingens (Hrsg.): Confessional Sanctity. Mainz, 2003, S. 271-290.