Winter- und Sommersonnenwende waren im ursprünglich zweigeteilten Jahr rituell ausgezeichnete Tage, die das Mysterium von Tod und Leben in sich trugen.
Wegen des aufsteigenden Lichts galt die Winters. als Geburtstag der Sonne und wurde bei einigen Völkern als Neujahrsfest gefeiert. Man assoziierte sie mit Leben und Auferstehung.
Die Sommers. hingegen hatte Todescharakter. Wegen des abnehmenden Lichtes war sie ein Toten- und Trauerfest.
Sowohl Winter- als auch Sommers. waren Feuerfeste und zeichneten sich durch eine reiche Feuer- und Lichtsymbolik aus, die sich z.T. im Brauchtum bis in die Gegenwart erhalten hat. Bei der Winters. spielten Feuerbrände, Fackelzüge, brennende Kerzen und Ampeln eine bedeutende Rolle. Bei der Sommers. wurden auf Bergen Feuer entzündet, brennende Räder abgerollt oder brennende Scheiben geworfen. Letztere waren ein Symbol der Sonne.
Das Nieder- und Aufsteigen der Sonne wurde auch durch Tanzen, Hüpfen und Schaukeln nachempfunden.
Im Christentum spiegeln sich die alten Feste in Weihnachten und Epiphanie wider ‒ als den Geburtstagen der wahren Sonne Christus.
Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991.