Vor allem in vaterrechtlichen Kulturen anzutreffen, wie bei den Azteken, Maya und Inka, bei den alten Ägyptern, in Babylon und auch bei indogermanischen Völkern. Den Sonnengöttern wurden Blut und Herzen von Menschen wie Tieren dargebracht. Bei den Inka wurde die Sonnenverehrung zur verpflichtenden Staatsreligion, weil die Sonne den Ahnherrn des Inkastammes darstellte. Die regierenden Inka galten als Verkörperung der Sonne, ihre Schwestergattinnen als Verkörperung des Mondes. Die „Sonnentiere“ Löwe, Wolf, Adler und Habicht wurden ebenso verehrt wie die als Verkörperungen der Sonne angesehenen Könige im alten Ägypten, die als Wappen u.a. die Mischform eines geflügelten Löwen oder eines löwenköpfigen Falken besaßen.
Mit dem S. eng verbunden ist der Feuerkult. So gehörten zu den Sonnenzaubern auch Spiele mit Feuerrädern. Symbole für den Auf- und Niedergang der Sonne und ihre Fahrt über den Himmel waren schließlich die ägyptischen Sonnenbarken, von Sonnenrossen gezogene Wagen sowie Sonnenräder, die auf einem Wagen gezogen wurden. > Sonnengottheiten.
Lit.: Nölle, Wilfried: Völkerkundliches Lexikon: Sitten, Gebräuche und Kulturbesitz der Naturvölker. München: Goldmann, 1959.