Sonnengottheiten

Galten seit jeher als Personifizierung der als männlich gedachten Kraft der Sonne.
Der Fokus wird dabei gelegt auf:
1) Eigentliche Sonnengottheiten: Bei ihnen repäsentiert die Sonne den Gott, dessen Name oft mit dem Wort für Sonne identisch ist (akkadisch Schamasch, ägyptisch Aton, griechisch Helios). Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass der sog. „Ketzerkönig“ Amenophis IV. (Echnaton) sogar versuchte, den Sonnengott Aton zum Zentrum eines ägyptischen Monotheismus zu machen.
2) Gottheiten, die nur „sonnenhaft“ sind, d.h. einen solaren Aspekt haben (z.B. der sumerische Nergal, der die glühende Sonnenhitze verkörperte und dem daher u.a. Brände zugeschrieben wurden).
Schließlich wurde der Sonnenkult auch auf nichtsolare Gottheiten übertragen, sodass diese in späterer Zeit selbst als Sonnengottheiten erscheinen, wie etwa Osiris oder Apollon.
Was Attribute und Symbole der S. betrifft, so galt beispielsweise den Ägyptern das Sonnengestirn als der sichtbare „Leib“ ihres obersten Gottes Re. Für sie war der Sonnengott metaphorisch „das Gold“ bzw. „der Goldene“ schlechthin.
Gold spielte auch beim goldenen Wagen des vedischen Gottes Savitar eine Rolle, ebenso wie beim goldenen Becher des Helios.
Mittel- und neubabylonische Grenzsteine wiederum zeigten als Symbol des Sonnengottes die Sonnenscheibe.
Das Hauptattribut des hethitischen Sonnengottes war eine mit der Kappe verbundene Flügelsonne, während der altindische Surya durch ein Rad symbolisiert wurde.
Da die Sonne nur bei Tag zu sehen ist, vertreten bestimmte S. auch deren Nachtseite, d.h. sie weisen einen Bezug zur Unterwelt auf (Osiris). Diese Divergenz kommt nicht zuletzt durch die diesen Gottheiten zugeordneten Tiere zum Ausdruck: So verweist z.B. beim Horus von Letopolis der Ichneumon auf die Lichtseite des Gottes, die unterirdisch lebende Spitzmaus hingegen auf seine Nachtseite. Generell standen im gesamten altorientalisch-mediterranen Raum Horn- und Geweihtiere in enger Beziehung zu S. Man denke an den Widder des ägyptischen Amun.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Hänsel, Bernhard: Wie sich die Sonne zum Sonnengott wandelte: die Bedeutung des Lichts für die Kulturen der Bronzezeit. Fundiert (Magazin der FU, 2003) 1, S. 28-36.

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