Botanischer Gattungsname Helianthus (griech. helios, Sonne; anthos, Blume), gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), ursprünglich in den tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas beheimatet. Bei den dortigen Urvölkern symbolisierte sie Ernte und Vorrat. Die Samen der S. wurden 1552 von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht, wo sie zunächst als Zierpflanze angebaut wurde.
Wegen ihrer strahlenförmig angeordneten Blütenblätter und ihrer goldgelben Farbe sowie wegen der Eigenschaft, sich stets der Sonne zuzuwenden (Heliotropismus), galt sie in verschiedenen Kulturen als Sonnen- und Hoheitssymbol. Im Christentum wurde sie zu einem Sinnbild für Gottesliebe, der Seele und des Gebets. In China steht die Pflanze für ein langes Leben, für Vitalität und Glück. In England hingegen sah man in ihr ein Symbol für die Abhängigkeit zwischen König und Volk, für die Demonstration von Herrschaft und Loyalität. Allgemein aber wird sie mit Positivem in Verbindung gebracht.
Altem Brauchtum ist zu entnehmen, dass man ‒ war ein Mensch von Dämonen besessen ‒ ihn für eine Nacht in ein Sonnenblumenfeld schickte. Wenn am nächsten Morgen die Sonne aufging und die Blüten sich öffneten, soll der Dämon vor dem Licht geflohen sein.
Nicht zuletzt ist die S. ein gebräuchliches Stilmittel in der bildenden Kunst. Besonders bekannt sind die Bilder mit Sonnenblumen von Vincent van Gogh.
Lit.: Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik. Baden/München: AT Verlag, 2007.