Soma

Begriff für eine Pflanzenzubereitung, die rituell als Entheogen (psychoaktive Substanz) verwendet wurde.
Die Verehrung von S. stand im religiösen Zentrum der vedischen Kultur (2. Jahrtausend v. Chr.). Zugleich ist S. der Name für eine psychoaktive Pflanze und einen daraus gepressten Opfertrank. In postvedischer Zeit ging das Wissen um die botanische Identität der als S. bezeichneten Pflanze(n) verloren. Der Ethnomykologe Robert Gordon Wasson (1898-1986) identifizierte die „echte Somapflanze“ als Fliegenpilz. Er war der Ansicht, dass es eine Pflanze gab, die S. hieß, und führte das S.ritual auf steinzeitliche Schamanenkulte aus Sibirien zurück. Im heutigen Indien soll es eine vedische Sekte geben, die tatsächlich den Fliegenpilz als S. verspeist.
In den vedischen Schriften wurde S. als „Fürst der Heilkräuter“ und als „Unsterblichkeitstrank“ bezeichnet, weshalb alle S.pflanzen als lebensverlängernde Elixiere und Aphrodisiaka galten. In altindischen Liebeslehren bildete S. einen Bestandteil von Liebeszauber.

Lit.: Müller, Reinhold F.G.: Soma in der altindischen Heilkunde, in: Asiatica ‒ Festschrift Friedrich Weller. Leipzig: Harrassowitz, 1954, S. 428-441; Rätsch, Christian/Müller-Ebeling, Claudia: Lexikon der Liebesmittel: pflanzliche, mineralische, tierische und synthetische Aphrodisiaka. Aarau/CH: AT Verlag, 2003.

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