(1853-1900), russischer Religionsphilosoph mit stark gnostisch geprägten Auffassungen.
S. studierte in seiner Heimatstadt Moskau zunächst Naturwissenschaften, dann Philosophie und Theologie. Seine philosophischen Vorlieben galten insbesondere Raimundus Lullus, Jakob Böhme und Emanuel Swedenborg.
Den Zustand der Welt erklärte er durch ihre Entstehung nach dem Fall der zum ursprünglich vollkommenen göttlichen Pleroma gehörigen Weltseele. Und er fragte sich, wie die Welt in die Gemeinschaft mit Gott zurückkehren und damit die Einheit allen Seins wiederhergestellt werden könne. Nach seiner Überzeugung bedurfte es dafür einer Vereinigung der christlichen Kirchen, da sich nur in der Einheit der Christen untereinander und mit Gott menschliche Freiheit verwirklichen könne.
Lit.: Wenzler, L.: Mystik und Gnosis bei Wladimir Sergejewitsch Solowjew, in: Peter Koslowski (Hrsg.): Gnosis und Mystik in der Geschichte der Philosophie. Zürich: Artemis, 1988.