(Hebr. Sefer ha-zōhar, „Buch des Glanzes“), kanonisches Werk der klassischen Kabbala, großteils von dem spanischen Rabbiner Mose ben Schemtov de Léon (ca. 1240-1305) in einem gekünstelten Aramäisch, teils auch auf Hebräisch, in Spanien verfasst, der ältere Elemente zu einem Ganzen vereinigte. Einzelne Teile stammen vermutlich von seinen Schülern. Die Entstehungsgeschichte des S., dessen erste Versionen Ende des 13. Jahrhunderts in Umlauf kamen, ist kompliziert; die Anfänge liegen z.T. im Dunkeln.
Formal handelt es sich beim S. um eine lose Folge von Kommentaren zu den fünf Büchern Mose, dem Hohelied und dem Buch Ruth. Den Verfassern geht es darum, einen geheimen Sinn der Bibelworte zu enthüllen. Vor allem der Tora werden symbolische Sinngehalte unterlegt. Weitere Zusätze und Kommentare wurden später hinzugefügt.
Der S. hatte auch Einfluss auf das Christentum, wo das Buch vor allem durch die lateinische Teilübersetzung in Knorr von Rosenroths Kabbala denudata (1677/84) bekannt wurde.
Lit.: Müller, Ernst (Hrsg.): Der Sohar, das heilige Buch der Kabbala. Düssedorf/Köln: Diederichs, 1982; Liebes, Yehuda: Studies in the Zohar. Albany, NY: State University of New York Press, 1993.