Eine 1924 von der britischen Okkultistin Dion Fortune (1891-1946) ursprünglich als Fraternity of the Inner Light gegründete Mysterienschule in der westlichen esoterischen Traditon, deren grundsätzliche Bestrebung auf die Ausdehnung des Bewusstseins in die Bereiche des Seelischen und des Spirituellen, gemeinhin als „innere Ebenen“ bekannt, abzielt. Diese erweiterte Erfahrung wird nicht als Ziel an sich oder als Mittel zum Erreichen von persönlicher Macht oder Wissen gesehen, sondern als eine Art Dienst an Gott und allem sich entwickelnden Leben.
Zur Arbeit der Vereinigung gehören auch Gruppenmeditation, symbolische Visualisierung und Ritual. Ihre symbolische Struktur ist aus Mythen und Legenden, welche die Wurzeln der westlichen Zivilisation darstellen, geleitet, vor allem von jenen aus dem klassischen Griechenland, dem alten Ägypten und von solchen, die Teil des kulturellen Erbes der Britischen Inseln sind, wie die Arthur-Legenden und die mit heiligen Stätten wie Glastonbury in Verbindung gebrachten Traditionen. Die religiöse Orientierung ist christlich.
Der Orden war eine Art Keimzelle für viele magische Logen in England, die sich unter dem Begriff „Westliche Mysterienschulen“ zusammenfassen lassen. Ihre Gemeinsamkeit liegt im Bezug auf die Traditionslinien westlicher esoterischer Strömungen mit ihrer starken Orientierung an der ägyptischen Mythologie und der Kabbala, der klaren Abgrenzung gegen Schwarze Magie bzw. den linkshändigen Pfad und einer Fokussierung auf die Ritual- bzw. Zeremonialmagie.
Eine aus der Society hervorgegangene neue Mysterienschule ist der von den beiden Fortune-Schülern Walter Ernst Butler und Gareth Knight 1965 gegründete Orden Servants of the Light.
Lit.: Mayer, Gerhard: Moderne magische Praxis: Modelle ‒ Techniken ‒ Schulen. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 59 (2010) 2, 99-134, hier: 120.