Sociability

Das Konzept der S. stammt von Isaac Newton (1642-1727), das dieser zunächst zum Problem des Magnetismus formulierte. So erklärt er die magnetische Anziehung, die ja nicht alle Substanzen betrifft, mit einer S., also einer Affinität zwischen Eisen und dem Magneteisenerz, während es z.B. zwischen Kupfer und Magneteisenerz keine derartige Verwandtschaft gibt. Später wird das Konzept der S. allgemein zur Erklärung chemischer Phänomene herangezogen. So erklärt es beispielsweise, warum Quecksilber in Metalle eindringen kann, nicht aber in Holz bzw. warum Wasser und Öl in Holz eindringen, nicht aber in Metall. Manchmal hat es dabei den Anschein, als sei der Faktor, der Substanzen zueinander passen bzw. „sozial“ sein lässt, auf die Größe ihrer Partikel zurückzuführen. Doch wendet sich Newton in einem Brief vom 25. Februar 1692/93 klar gegen eine solche Auffassung von S.:

„[…] not that water consists of too gross parts for this purpose [um in Metalle einzudringen] but because it is unsociable to metal. For there is a certain secret principle in nature by which liquors are sociable to some things, and unsociable to others“ (I. Newton: Opera quae exstant omnia (1964), Bd. 4, S. 389).

Die Alchemisten gebrauchten im Hinblick auf Phänomene dieser Art ähnliche Erklärungsmuster, weshalb der Verdacht naheliegt, dass Sociability und Unsociability nichts anderes sind als die okkulte Sympathie und Antipathie der Alchemisten.

Lit.: Wagner, Lioba: Alchemie und Naturwissenschaft: drei Thesen zur Klärung eines missverstandenen Verhältnisses. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 62 (2013) 3, 223-242, hier: 235/36.

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