Smaragd

(Griech. smáragdos, grüner Stein), gehört zur Familie der Berylle, der Name ist vermutlich semitischen Ursprungs. Auf dem Brustschild der jüdischen Hohenpriester war er der dritte Stein. Nach der Offenbarung des Johannes gehört der S. zu den Steinen des himmlischen Jerusalem: „Und über dem Thron wölbte sich ein Regenbogen, der wie ein S. aussah (Offb 4,3b).
Die grüne Farbe setzte den S. seit jeher zum Frühling und zur Fruchtbarkeit in Beziehung und war außerdem für das Auge wohltuend, weshalb man ihn schon in der griechischen Medizin als Augenheilmittel einsetzte. Das ägyptische Horusauge erschien häufig smaragdfarben. Die Indianer Mittelamerikas brachten den Stein u.a. mit Blut in Verbindung, weil bei ihnen die Farben Grün und Rot oft als Ausdruck der Lebenskraft galten.
Die Römer sahen den S. als Attribut der Göttin Venus. Astrologisch wurde er dem Tierkreiszeichen Stier zugeordnet. Indische Ärzte verschrieben ihn als Antidotum (Gegengift). Nach altindischer Auffassung sollte er dämonische Einflüsse vernichten und Wohlbefinden verschaffen. In der arabischen Medizin wurde er gegen Fallsucht und zur Erleichterung bei der Geburt verwendet.
Im Mittelalter hatte der S. eine vielschichtige Bedeutung. So soll er einerseits als hochgradig wirksamer Talisman zur Abwehr dämonischer Kräfte gedient (böser Blick) haben. Dazu musste er aber, da er ursprünglich angeblich selbst der Hölle entstammte, vorher geweiht werden. Zugleich glaubte man, mit einem S. auf der Zunge böse Geister herbeirufen und mit ihnen Zwiesprache halten zu können.
Die alchemistische Tafel des Hermes Trismegistos soll ebenfalls aus S. gefertigt worden sein.
Friedrich Schiller schließlich verewigte den Stein in seiner Ballade „Der Ring des Polykrates“, der nach Herodot ein kunstvoll geschnittener S. gewesen sein soll.

Lit.: Gienger, Michael: Lexikon der Heilsteine: von Achat bis Zoisit. Saarbrücken: Neue Erde, 4. Aufl. 2000; Korbel, Petr/Novák, Milan: Mineralien-Enzyklopädie. Eggolsheim: Edition Dörfler im Nebel-Verlag, 2002.

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