Hölzerner Chiffrierstab, von dem Absender und Empfänger je ein völlig gleiches Exemplar (mit gleichem Durchmesser) besitzen mussten. Um den Stab wurde spiralförmig ein Band aus Leder, Papyrus oder Pergament gewickelt. Der Absender schrieb in Längsrichtung seine Botschaft auf den Stab, wickelte das Band ab und ließ es dem Empfänger zustellen. Dieser brauchte das Band dann nur um seinen Stab zu wickeln, um die Botschaft lesen zu können. Der Geheimschlüssel bei diesem Verfahren war der Durchmesser des Stabes. Auf solche Weise konnten den Strategen eines Heeres im Kriegsfall geheime Nachrichten zugespielt werden. Diese Art der Verschlüsselungstechnik wurde z.B. von den Spartanern genutzt. Eine Beschreibung der S. der Spartaner stammt von dem griechischen Historiker Plutarch.
Lit.: Sgarro, Andrea/Würmli, Marcus: Geheimschriften: Verschlüsseln und Enträtseln von Geheimtexten. Augsburg: Weltbild Verlag, 1991; Rachet, Guy: Lexikon der griechischen Welt. Darmstadt: Primus, 1999.