(Griech. skylax, [junger] Hund), ursprünglich eine Wassernymphe, die von Kirke in ein schreckenerregendes Ungeheuer verwandelt wurde. Man dachte sich dieses zwölffüßig und mit sechs Hunde- oder Wolfsköpfen, das die Schiffe, die in seine Nähe kamen zum Kentern brachte und die Seeleute verschlang. Das dabei ausgestoßene Geschrei ähnelte dem Gebell eines Hundes ‒ daher der Name.
Später wurden S. und die ihr gegenüberliegende Charybdis an der Meerstraße von Messina lokalisiert und als die Schiffe bedrohende Wirbel gedeutet.
Das Sprichwort „zwischen S. und Charybdis“ wurde schon früh zum Sinnbild für eine Lage zwischen zwei Bedrohungen und somit für eine ausweglose Situation.
Lit.: Waser, O.: Skylla und Charybdis in der Literatur und Kunst der Griechen und Römer: mythologisch-archäologische Monografie. Zürich, Univ., Diss., 1894.