Skiomantie

Schattenwahrsagung, Unterform der Nekromantie. Letztere teilte man in zwei Hauptgruppen ‒ je nachdem, ob bei der Beschwörung der Toten der Leichnam vorübergehend neubelebt oder nur die schemenhafte Seele, der Schatten der verstorbenen Person, zitiert und zum Reden gebracht wurde. Mit Beispielen für beide Formen wartete die antike Literatur auf, etwa in den klassischen Schilderungen nekromantischer Beschwörungen bei Horaz, Lucanus oder Seneca. Erklärt wurden diese damit, dass es sich dabei nicht um tatsächliche Wiedererweckungen von Toten handle, sondern um das Werk böser Geister, welche die Gestalt der Verstorbenen entweder in körperlicher oder schattenhafter Form annehmen würden.
Die Bezeichnung Skiomantie trat angeblich erstmals bei dem italienischen Philosophen Giovanni Pico della Mirandola (1463-1494) auf und wurde möglicherweise überhaupt von ihm geprägt.

Lit.: Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens. Berlin u.a.: Walter de Gruyter, 1987, Sp. 16-17.

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