Sistrum

(Ägypt. sechem, griech. seistron), metallene Rahmenrassel, die sowohl in Mesopotamien als auch im Alten Ägypten als kultisches Musikinstrument verbreitet war. Dieses dürfte auf den Brauch zurückgehen, zu Ehren der Göttin Hathor ein Bündel Papyrusdolden zu pflücken und durch rituelles Schütteln in rauschende Bewegung zu versetzen.
Man unterscheidet zwischen Bogen– und Naossistren. Der Handgriff des Letzteren endet in einem Hathorkopf, auf dem ein Naos steht. Nicht selten erscheint in diesem ein Uräus.
Schließlich ging das S. in den Kult Amuns und in der Spätzeit in den der Isis ein.
Als tanzbegleitendes, heiliges Rhythmusinstrument fand die Rassel neben der Ritualtrommel auch Verwendung im südamerikanischen Schamanismus. Der religiösen Tradition der Azteken und Römer war sie ebenfalls bekannt.
Nicht zuletzt wurde das S. symbolisch gedeutet. So stelle der Bügel nach Plutarch den weltumfassenden Mondkreis dar, die Querstangen die Elemente usw. Das Schütteln weise auf die dauernde Bewegung alles Seienden hin und sollte außerdem die Mächte der Finsternis vertreiben.

Lit.: Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg: Nikol, 2000.

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