Sin

Babylonischer Mondgott, galt als weiser, alter Gott, als Herr des Schicksals, als Richter des Himmels und der Erde. S. war auch ein Gott des Orakels. Man kennt Darstellungen des S. in Gestalt eines jungen Stiers, der die kuhgestaltige Ischtar begattet. Er trägt die Mondsichel auf dem Haupt. Babylonische Grenzsteine zeigen Mondsichel, Sonnenscheibe und Stern als Symbole für die Triade Sin, Schamasch und Ischtar. Die heilige Zahl des S. ist die Dreißig, entsprechend den Tagen des Mondumlaufs. Sein Fest, der Sabattu, wurde zur Zeit des Neumonds als ein Tag des Ruhens aller Haupttätigkeiten begangen, wie später der jüdische Shabbāt. Nach S. sollen die gleichnamige Wüste (E 16,1) südlich von Palästina und der Sinai benannt sein.

Lit.: Theuer, Gabriele: Der Mondgott in den Religionen Syrien-Palästinas. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2000.
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