Simon Magus

(† 65 n. Chr.), genannt „der Magier“, vollbrachte nach Apg 8,9-24 in Samaria Wundertaten und wurde als „die Kraft Gottes, die man die Große nennt“ verehrt. Als Wundertäter, Wahrsager und Berater trat er in Konkurrenz mit der Evangelien-Verkündigung der christlichen Missionare. Nach Lukas stellt die Begegnung zwischen den Aposteln Philippus, Petrus und Johannes mit S.M. die erste Konfrontation christlicher Missionare mit paganen Praktiken dar. Von Petrus wollte sich S.M. die Fähigkeit erkaufen, durch Handauflegung die Kraft des Hl. Geistes zu verleihen. Daher wird kirchlicher Ämterkauf als „Simonie“ bezeichnet. In den apokryphen Petrus-Akten ist die Rede davon, dass S. durch Zaubermacht durch die Luft zum Himmel aufsteigen wollte, auf ein Gebet des Petrus hin jedoch abstürzte und zerschellte. Daran knüpften sich in der Folge viele Legenden.
Da spätere christliche Schriftsteller eine gnostische Sekte von Simoniten kannten, für deren Gründer sie S.M. hielten, wurde dieser zum Urheber jeder Art von Häresie.

Lit.: Beyschlag, Karlmann: Simon Magus und die christliche Gnosis. Tübingen: Mohr Siebeck, 1974; Luck, Georg: Magie und andere Geheimlehren der Antike. Stuttgart: Kröner, 1990; Das Oxford-Lexikon der Weltreligionen. Hrsg. v. John Bowker/Karl-Heinz Golzio. Düsseldorf: Patmos, 1999.
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