Silvanus

Römischer Feld- und Waldgott, der vor allem bei den Bauern in hohen Ehren stand und als persönlicher Gott der Freigelassenen und Sklaven galt. Wenngleich er kein eigenes Heiligtum und keinen offiziellen Kult besaß, wurden ihm jährlich in den Wäldern viele Opfer dargebracht, um seine Gunst zu gewinnen. Man stellte ihn einerseits Mars gegenüber, andererseits Pan oder Faunus. Wie dieser soll er gelegentlich seine prophetische Stimme erhoben haben.
Sein bei der bäuerlichen Bevölkerung Roms beliebter Kult geht möglicherweise auf den etruskischen Gott Selvan zurück, dessen Name dann volksetymologisch als „der im Wald (silva) Lebende“ verstanden wurde.
Dargestellt wird S. als nackter oder mit einer geschürzten Tunika bekleideter Bauer mit einem Kranz von Pinienzweigen im Haar. Über der Schulter hängt ihm ein Ziegenfell.

Lit.: Lurker, Manfred: Lexikon der Götter und Dämonen: Namen ‒ Funktionen ‒ Symbole/Attribute. Stuttgart: Kröner, 1989; Dorcey, Peter F.: The Cult of Silvanus. A Study in Roman Folk Religion. Leiden: Brill, 1992.

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