Siebzehn

Die Zahl S. war im Altertum im Orient von großer Bedeutung. So wurden dem Staatsgott von Urartu im Gebiet um den Ararat s. Opfer dargebracht. In der Bibel ist die S. mit der Sintflut verbunden, die am 17. Tag des zweiten Monats begonnen und am 17. Tag des siebenten Monats geendet haben soll, als Noah den Ararat erreichte. In Ägypten wurde Osiris an einem 17. im Sarg des Typhon den Fluten übergeben. Nach Ansicht der Griechen sollte Holz für den Schiffsbau an einem 17. geschnitten werden. Aristoteles stellte fest, dass der Hexameter aus s. Silben besteht. Das griechische Alphabet hat s. Konsonanten.
Historisch belegt ist, dass Mahmud von Ghazna aus der türkischstämmigen Ghaznawidendynastie zwischen 999 und 1027 siebzehnmal aus dem afghanischen Bergland in Indien einfiel. In der islamischen Tradition, vornehmlich bei den Schiiten, spielte die S. generell eine bedeutende Rolle. So bestand sie nach Ansicht des arabischen Alchemisten Dschabir ibn Hayyan (Geber) aus einer Serie von Zahlen, die das Fundament aller übrigen Zahlen bilden würden. Er glaubte auch, dass die gesamte materielle Welt auf der S. aufgebaut sei.
Die französische Turkologin Irène Mélikoff (1917-2009) zeigte auf, dass die S. vor allem in der Tradition des türkischen Bektaschi-Ordens zu finden sei. Und in der volkstümlichen türkischen Legende ist häufig die Rede von s. Kriegszügen oder s. Helden.

Lit.: Endres, Franz Carl/Schimmel, Annemarie: Das Mysterium der Zahl: Zahlensymbolik im Kulturvergleich. München: Hugendubel, 1990.

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