Sieben

Die Symbolik der Siebenzahl reicht in der Bibel, im Judentum und im Christentum vom siebten Tag der Schöpfung und der siebenarmigen Menorah über die sieben Gaben des Hl. Geistes, Bitten des Vaterunsers, Tugenden und Hauptsünden bis zur Siebenzahl in der Offenbarung.
Vielerorts wird davon ausgegangen, dass die S. ihre Besonderheit nicht aus dem Volksbewusstsein erhielt. Vielmehr wurden die astronomischen Besonderheiten und ihre Wahrnehmung durch die Babylonier weiter gepflegt. Als eine astronomische Ursache für die Sonderstellung der Sieben werden die Mondphasen genannt. Jeder lunare Zyklus teilt sich in vier etwa siebentägige Wochen. Da in den orientalischen Gebieten der Mond als der höchste Gott galt, fiel seine periodische Zu- und Abnahme wohl in die nähere Beobachtung. Auch waren im Altertum sieben Planeten bekannt.
Die Spätantike bewunderte sieben Weltwunder der Kunst und gliederte die höhere Bildung in septem artes liberales, Sieben Freie Künste, unterteilt in Trivium, die geistige Drei (Grammatik, Rhetorik, Dialektik) und Quadrivium, die erdhafte Vier (Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik).
Die S. besitzt in nahezu allen Kulturkreisen einen ausgeprägten Symbolwert. Als magische Zahl hat sie auch in vielen Märchen, Sprüchen und Redewendungen ihren Platz und steht in Mythologie und Numerologie mit Mystischem und Übernatürlichem in Verbindung.

Lit.: Wetzel, Christoph: Das große Lexikon der Symbole. Darmstadt: Primus, 2008; Schlüter Reinhard: Sieben: eine magische Zahl. München: dtv Verlagsges.mbH, 2011.
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