Siddhi

(Skrt., etwa: „vollkommene Fähigkeit“), Fertigkeiten, Errungenschaften, im weitesten Sinne übernatürliche Fähigkeiten, die sich als Nebenprodukt spiritueller Entwicklung u.U. von selbst einstellen, wenn Kräfte entwickelt werden, die den Zugang zu kosmischen Bereichen öffnen. S.s können durch bestimmte tantrische und Yoga-Übungen gezielt erworben werden. Laut Patanjali (2. Jh. n. Chr.) sind Vererbung, medizinische Kräuter, Mantras sowie Askese Mittel zur Erlangung von S.s. Zu den okkulten Kräften, die er in seinem Yogasutra erwähnt, gehören z.B. Gedankenlesen, Hellsehen, Materialisation und Levitation. Wie andere große Meister warnt aber auch Patanjali davor, S.s um ihrer selbst willen anzustreben, weil sie trotz ihrer „Übernatürlichkeit“ nichts zur Verwirklichung der absoluten Wahrheit beitragen würden und das Haften an derlei Fähigkeiten der spirituellen Entwicklung hinderlich sei.

Lit.: Hecker, Hellmuth: Die Furt zum anderen Ufer im System buddhistischer Praxis. Stammbach: Beyerlein & Steinschulte, 1999.

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