Siddha-Medizin

Südindische Form der traditionellen indischen Medizin, die sich ursprünglich aus der indischen Alchemie entwickelte, welche vor ca. 7000 Jahren von Sadashiva begründet worden sein soll.
Sie gliedert sich traditionell in zwei Bereiche: in die Kunst, giftige Substanzen in gesundheitsfördernde zu überführen (Deha Siddhi) und in die Umwandlung unedler Metalle in edle Metalle. Im 4. Jh. v. Chr. wurde Deha Siddhi durch buddhistische Mönche in die ayurvedische Medizin integriert. Im 16. Jh. kam es in Südindien zur Abspaltung der S.-M. vom Ayurveda. In Nordindien hingegen besteht diese Disziplin bis heute als Rasa Tantra oder Rasa Shastra innerhalb der ayurvedischen Medizin. Die sog. Tantras und Siddhas sind auf die Zubereitung und den medizinischen Gebrauch metallischer Präparationen spezialisiert.

Lit.: Pschyrembel. Wörterbuch der Naturheilkunde und alternative Heilverfahren. Berlin/New York: Walter de Gruyter, 1996.
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