Shimmush Tehillim

Im Judentum bekannte mittelalterliche Kompilation über den Gebrauch der einzelnen Psalmenverse im Zauber sowie Anleitung, wo, wann und bei welchen Gelegenheiten sie gesprochen werden sollten. Der Zweck war die Heilung von Krankheiten, der Schutz vor Räubern, Dämonen und wilden Tieren. Als kulturgeschichtlich interessant erweisen sich die Funktionen, wie man sich bei Obrigkeiten beliebt macht, einer Gefängnisstrafe entrinnt, einer Zwangstaufe entgeht usw.
Die magische Operation wurde durch ein dreitägiges Fasten eingeleitet, begleitet von Gebeten und Studium der Schriften. Der Zeitpunkt wurde häufig vor Sonnenaufgang angesetzt. Die Anrufung, das wichtigste Element der jüdischen Magie, hatte mit gedämpfter Stimme zu geschehen. Laut Talmud sollten alle Sprüche im Namen der Mutter erfolgen. Ähnliche Anweisungen fand man auch in griechischen und arabischen Zaubertexten.

Lit.: Rebiger, Bill (Hrsg.): Sefer Shimmush Tehillim ‒ Buch vom magischen Gebrauch der Psalmen. München: Mohr Siebeck, 2010.

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