(* 28.06.1942 Newarkon-Trent, Nottinghamshire/England), britischer Biochemiker; Studium der Biologie und Philosophie in Cambridge und an der Harvard Universität, Promotion 1967. In den 70er Jahren zum Studium der Physiologie tropischer Pflanzen für sechs Jahre in Hyderabad, Südindien; später Aufenthalt bei dem Benediktiner Bede Griffiths, wo S. 1981 in dessen Ashram sein erstes Buch, A New Science of Life, schrieb. Darin findet sich bereits die Grundlegung seiner Auffassung vom Gedächtnis in der Natur. Er stellte die Theorie der „Morphogenetischen Felder“ auf, die durch Wechselwirkung (morphische Resonanz) eine Verbindung unter den Lebewesen herstellen würden und auch über Raum und Zeit wirksam seien. Die entstandenen Struktur- und Verhaltensmuster wirken gemäß dieser Auffassung durch ein verändertes morphogenetisches Feld über das Individuum hinaus und können so auch die Gesellschaft beeinflussen. Von einem Großteil der Naturwissenschaftler werden S.s Hypothesen der „Neuen Wissenschaft“ jedoch als Modifikation des unhaltbaren Vitalismus kritisiert, weil sie nicht überprüfbar bzw. (im Sinne der Kriterien von Karl Popper) nicht falsifizierbar seien. Neben aller Kritik von naturwissenschaftlicher Seite plädierten einige Quantenphysiker, darunter David Bohm und Hans-Peter Dürr, für eine ernsthafte Untersuchung der Hypothese von S.
Von 2005 bis 2010 war S. Direktor des Perrott-Warrick-Projekts, das aus einer dem Trinity College in Cambridge zugutegekommenen Stiftung finanziert wird. Das Projekt untersuchte unerklärte, Menschen und Tieren zugeschriebene Fähigkeiten.
W.: A New Science of Life (dt.: Das schöpferische Universum: die Theorie des morphogenetischen Feldes. Ullstein, 1993); Denken am Rande des Undenkbaren (1995); Cyber-Talk (l998); Der siebte Sinn der Tiere (1999).
Lit.: Dürr, Hans Peter/Gottwald, Franz-Theo: Rupert Sheldrake in der Diskussion: das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens. Bern: Scherz, 1999.