Servatius

(* Vermutlich um 300 in Armenien; † 13.05.384 Maasstricht), hl., Bischof von Tongern und Maasstricht.
In seiner Gestalt vermischen sich angeblich zwei historische Personen:
So erwähnt der Hagiograph
Gregor von Tours einen Bischof von Tongern namens S., dem in Rom in einer Vision vom Apostel Petrus der Hunneneinfall vorausgesagt wird und der daraufhin den Bischofssitz nach Maasstricht verlegt, wo er um 450 stirbt.
Der Geschichtsschreiber Sulpicius Severus hingegen spricht von einem S. aus Gallien, der ca. 100 Jahre vor dem von Gregor erwähnten S. lebte.
Die Lücke zwischen den Jahren 384 und 450 wird damit erklärt, dass mit dem Einfall nicht die Hunnen unter Attila von 450, sondern Splittergruppen gemeint waren.
Dargestellt wird der hl. S. vorwiegend im Bischofsornat mit Hirtenstab. Seine Attribute sind ein Schlüssel, den er angeblich in Rom von Petrus erhielt; gelegentlich ein Holzschuh, mit dem er einer Legende nach erschlagen worden sein soll; ein Drache, dem er seinen Bischofsstab in den Rachen stößt, was seinen Kampf gegen den Arianismus symbolisiert; ein Adler, der dem in der Sonne schlafenden S. mit seinen Schwingen Schatten spendet.

S. gilt als einer der Eisheiligen.

Lit.: Brennecke, Hanns Christof: Servatius von Tongern, in: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG), Bd. 7. Tübingen: Mohr-Siebeck, 4. Aufl. 2004, Sp. 1231-1232.

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