Seiltrick, indischer

Von Indienreisenden (z.B. Marco Polo) berichtetes Zauberkunststück, bei dem der Vorführende ein Seil in die Luft wirft, das stehenbleibt. Daraufhin erklettert ein Junge das Seil und verschwindet aus dem Blickfeld. Nachdem der Magier (Fakir) trotz mehrmaligen Zurufens keine Antwort erhält, klettert er, mit einem Messer bewaffnet, selbst nach oben und entschwindet ebenfalls den Blicken der Zuschauer. Ein Streit wird gehört und es fallen blutige Gliedmaßen herunter. Sobald alles am Boden ist, kommt auch der Magier entlang des Seils herunter, sammelt die Körperteile auf, legt sie in einen Korb und bedeckt diesen mit einem Tuch. Plötzlich steht auch der Junge wieder unversehrt da.
Der älteste Bericht über den S. scheint von dem arabischen Reisenden Ibn Battuta zu stammen, der diesen angeblich um 1348 am Hof des Emirs Kortai in China gesehen hatte.
Die Umstände des Zauberkunststücks sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Manche vermuten dahinter eine Abfolge künstlich herbeigeführter Halluzinationen, die von allen Zuschauern erlebt werden sollen.

Lit.: Moser, Fanny: Das große Buch des Okkultimus. Olten/Freiburg: Walter, 1974; Bonin, Werner: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976.
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