Sehfeld, Friedrich

Alchemist des 18. Jahrhunderts, stammte aus Oberösterreich, biografische Daten unbekannt.
S. kam 1745 nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt nach Rodaun bei Wien, wo er sich mit alchemistischen Experimenten befasste. Als er Gefahr lief, wegen dieser Tätigkeiten belästigt zu werden, bat er Kaiser Franz I. um einen Schutzbrief für die Herstellung kostbarer Farbstoffe und Heilmittel. Obwohl er diesen erhielt, wurde er von der Wiener Rumorwache verhaftet und zur Zwangsarbeit nach Ungarn verbracht. Der Kaiser, den S.s alchemistische Kenntnisse interessierten, ließ ihn in Begleitung zweier Offiziere mehrmals nach Wien kommen, um Experimente durchzuführen. Einmal jedoch verschwand der Alchemist samt Bewachern bei einer solchen Reise. Von da an fehlt jede sichere Notiz über sein weiteres Leben.

Lit.: Soukup, Rudolf Werner: Chemie in Österreich. Bergbau, Alchemie und frühe Chemie: Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsforschung, Bd. 7). Wien u.a.: Böhlau-Verlag, 2007, S. 504ff. (Der Alchemist von Rodaun und seine Banater Kupfererzstufe).
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