Segen

(Ahd. segan, lat. signare, segnen, bezeichnen), Worte oder Handlungen, die im Kontext einer Religion im Umfeld der Gesegneten Heil und Gottesnähe vermitteln wollen. Der S. kann verbal oder wortlos bzw. als sprachliche Formel erfolgen und ist fast immer an rituelle Formen (Kreuzzeichen, Salbung, Handauflegung o.Ä.) gebunden, welche die wohltätige Zuwendung eines Gottes zu der gesegneten Person oder der gesegneten Sache symbolisieren.
Gesegnet werden können einzelne Menschen, Gruppen, Völker, Tiere, Gegenstände usw.
In der Frühen Neuzeit wurde das Segensprechen durch nicht als befugt angesehene Laien als verbotene Handlung angesehen und von staatlichen wie kirchlichen Behörden bekämpft und bestraft.
Da im Mittelalter aus Antike und heidnischem Frühmittelalter überlieferte Sprüche christlich überformt wurden und damit als christliche Segensformen erscheinen, lässt sich manch christlicher Segen von Zaubersprüchen oft nur schwer abgrenzen, so u.a. Augensegen, Bienensegen, Fiebersegen, Haussegen, Jagdsegen, Kräutersegen, Pferdesegen, Reisesegen, Wurmsegen usw.

Lit.: Masser, Achim: Zaubersprüche und Segen, in: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte, Bd. 4, 1984, S. 957-965; Leuenberger, Martin: Segen. Stuttgart: UTB, 2015.
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