Seeungeheuer

(Engl. lake monsters), im Wasser lebende Kreaturen, deren Existenz bisher nicht nachgewiesen wurde. Es könnte sich dabei um Überzeichnungen real existenter Lebewesen handeln, wie Wale oder Riesenkalmare. Der Ursprung der betreffenden Mythen ist in den meisten Fällen unbekannt. Es gibt jedoch eine Vielzahl vorwiegend von Seefahrern stammende Überlieferungen, in denen angebliche Begegnungen mit S.n beschrieben werden. Auch historische Seekarten wie die Carta Marina (1555) des schwedischen Geistlichen Olaus Magnus oder mittelalterliche enzyklopädische Werke wie der Liber Floridus (1120) des Kanonikers Lambert von Saint-Omer sind in ihrer Darstellung von Seeungeheuern und Drachen flankiert. Angeschwemmte Kadaver, die man zunächst für Reste von Seeschlangen hielt, wurden letztlich als Überreste von Riesenhaien oder Riemenfischen identifiziert.
Mit Hinweisen auf die Existenz bisher nicht nachgewiesener Spezies beschäftigt sich die Kryptozoologie. Nach wie vor wird darüber spekuliert, dass solche Arten in der Tiefsee überlebt haben könnten. > Kryptozoologie.

Lit.: Reitz, Manfred: Rätseltiere: Krypto-Zoologie ‒ Mythen, Spuren und Beweise. Stuttgart: S. Hirzel, 2005; Probst, Ernst: Seeungeheuer – 100 Monster von A bis Z. München: GRIN-Verlag, 2013.
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