Seelenwaage

Seelenwägung, nach altägyptischer Vorstellung das Aufwiegen des Herzens eines Verstorbenen gegen die Feder der Wahrheit. Die Zeremonie fand beim Totengericht unter den Augen des Osiris, der Maat und des Thot statt, der das Urteil schrieb.
Im christlichen Bereich ist die S. Attribut des Erzengels Michael, mit der er die guten Taten gegen die bösen abwägt. Das Bild der S. bezieht sich auf das im alttestamentlichen Buch Daniel berichtete Menetekel: „Gewogen wurdest du auf der Waage und zu leicht befunden“ (Dan 5,27).

Lit.: Kretzenbacher, Leopold: Die Seelenwaage: zur religiösen Idee vom Jenseitsgericht auf der Schicksalswaage in Hochreligion, Bildkunst und Volksglaube. Klagenfurt: Verlag des Landesmuseums für Kärnten, 1958.
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