Hypnopsychie, metaphorische Bezeichnung für den Status der Toten, in der zugleich die Hoffnung auf eine Überwindung der Todesgrenze anklingt.
Eine spezielle Bedeutung verlieh dem Seelenschlaf Martin Luther, der die Idee des Zwischenzustands ‒ zwischen der im Tod erreichten Seligkeit der anima separata und der am Ende der Zeiten erhofften Auferstehung ‒ als S. auslegte.
Im 20. Jh. wurde der S. meist uminterpretiert ‒ zum einen durch die Vorstellung, dass die Verstorbenen bis zur Auferstehung in der „Erinnerung Gottes“ weiterleben würden, zum andern durch die Idee, dass jeder Sterbende aus der Zeit in die Zeitlosigkeit Gottes hineinstirbt und so im Tod den Jüngsten Tag und die Auferstehung erreicht.
Lit.: Lexikon für Theologie und Kirche (LThK), Bd. 9. Freiburg i.Br. u.a.: Herder, 2000, Sp. 382.