Seelenburg

Allegorie des Weges nach innen, damit der Mensch im Personkern den Grund seiner Existenz entdecke. Sie ist typisch für die spanischen Mystiker des 16. Jahrhunderts.
In Teresas von Ávila (1515-1582) Innerer Burg z.B. wird die S. zu einem neuen Begriff der mystischen Erfahrung, der die Seele mit dem Menschen identifiziert, in dessen Mitte (Geist) Gott wohnt. Für Teresa besteht sie aus 7 konzentrischen Kreisen (7 Grade der Vollkommenheit) oder Wohnungen, die von den Menschen in aufsteigender Bewegung (asketisches Bemühen, Sammlung) durchlaufen werden. Dabei geht von der Mitte (Gottes Gnade) eine anziehende Bewegung aus und bewirkt die in der 7. Wohnung (Mitte) stattfindende mystische Begegnung.

Lit.: Dinzelbacher, Peter: Wörterbuch der Mystik. Stuttgart: Kröner, 1989; Resch, Andreas: Teresa von Ávila: Ordensgründerin, Mystikerin und Kirchenlehrerin. Zum 500. Geburtstag. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 64 (2015) 4, 291-328.

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