Sedna

Meeresgöttin der Eskimos, die über die Meerestiere herrschte und bestimmte, wie viele Tiere für die Ernährung geschlachtet oder zu Brennstoff und Kleidung verarbeitet werden durften. Mythen zufolge begaben sich die Eskimo-Schamanen auf den Meeresgrund, um festzustellen, wie ergiebig die Jagd künftig sein würde bzw. ob S. beschwichtigt werden müsse.
Je nach Region trägt die Göttin unterschiedliche Namen. So wird sie von den Eskimos Ostgrönlands Immap ukua („Mutter des Meeres“) genannt, von den Polareskimos hingegen Nerrivik, was „Essplatz“ bedeutet und somit das Meer als Nahrungsquelle symbolisiert.
S. gilt aber auch als eine Art Totengöttin.

Lit.: Dürr, Hans Peter: Sedna oder Die Liebe zum Leben. Berlin: Suhrkamp, 1989.

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