Sedfest

Auch Hebsed, Jubiläumsfest des Pharao, das für gewöhnlich nach 30 Jahren Regierungszeit gefeiert wurde. Wenngleich die zugehörigen Rituale, die aus Darstellungen auf Denkmälern hervorgehen, schwierig zu interpretieren sind, scheint der magische Charakter des Festes, durch das der alternde König seine Lebenskraft zurückerhalten sollte, unstrittig. Nach dem französischen Ägyptologen Alexandre Moret (1868-1938) war das Fest in drei verschiedene Zeremonien unterteilt:
1. Die Erneuerung der Thronbesteigung. Der Körper des Königs war dabei in einen Mantel gehüllt. Dadurch sollte die königliche Macht, die ihm durch das Ritual der Thronbesteigung magisch verliehen worden war, erneuert werden.
2. Auftritt der Königin und der königlichen Kinder, wobei Erstere möglicherweise die frühere Vererbung der Krone symbolisiert, die durch die Frauen übertragen wurde, während die Kinder für die künftige Vererbung stehen.
3. Die mögliche Identifikation des Königs mit Osiris, indem der König am Morgen des Festes den Djed-Pfeiler aufrichtet, der nach Moret mit dem Baum von Byblos in Verbindung steht, in dem der Körper des Osiris eingeschlossen war.
Was tatsächlich aus den Darstellungen zu schließen ist, bleibt letztlich jedoch eine Hypothese.

Lit.: Rachet, Guy: Lexikon des alten Ägypten. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.

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