Secretum secretorum

Ende des 12. Jh. behauptete der englische Wissenschaftler und Lehrer Alexander Neckham, ein großer Bewunderer des Philosophen Aristoteles, dass dieser jene seiner Werke, die sich mit magischen Phänomenen befassten, dazu bestimmt habe, mit ihm begraben zu werden. Das bekannteste der Werke, die ihn als Verfasser ausweisen, sei das S. s., das weite Verbreitung fand und in fast alle Sprachen übersetzt wurde. Einer der Übersetzer, der Patriarch Guido von Antiochia, schreibt im Vorwort, dass Alexander der Große von Aristoteles verlangt habe, entweder persönlich zu ihm zu kommen oder ihm den Einfluss der Sterne, die Alchemie, Geomantie und die Kunst der Geisterbeschwörung in einer Schrift zu erklären. Da Aristoteles zum damaligen Zeitpunkt für eine Reise bereits zu alt gewesen sei, habe er ihm die genannte Schrift gewidmet, die Auskunft gibt über die magische Wirkung von Edelsteinen, Kräutern, Amuletten und Arzneien.
In der Vorrede wird sie als geheime Lehre des Aristoteles an seine engsten Schüler bezeichnet.

Lit: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992; Forster, Regula: Das Geheimnis der Geheimnisse: die arabischen und deutschen Fassungen des pseudo-aristotelischen Sirr al-asrar/Secretum Secretorum. Wiesbaden: Reichert, 2006.

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