Sechster Sinn

Während die Physiologie beim Menschen 12 Sinne unterscheidet, ist im allgemeinen Sprachgebrauch von 5 Sinnen (Geruchs-, Geschmacks-, Gehörs-, Gesichts-, Tastsinn) die Rede. Der hypothetische sechste S. bezieht sich auf die außersinnliche Wahrnehmung, welche die Grenzen der vertrauten fünf Sinne übersteigt. Einer der frühen Magnetiseure, Tardy de Montravel, scheint als Erster vom sechsten S. gesprochen zu haben. 1785 publizierte er einen Essay sur la théorie du somnambulisme magnétique, in dem er u.a. den „magnetischen Rapport“ mit einem sechsten S. erklärte. Der Neurologe Jean-Martin Charcot (1825-1893) griff die Bezeichnung wieder auf. Mittlerweile ist diese in die Umgangssprache eingegangen und begegnet auch häufig als Buchtitel.

Lit.: Bender, Hans: Unser sechster Sinn: Telepathie, Hellsehen und Psychokinese in der parapsychologischen Forschung. Stuttgart: Bertelsmann/dva, 1971; Kleine, Sabine: Der Rapport zwischen tierischem Magnetismus und Hypnotismus, in: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 13 (1995), S. 299-330; hier: S. 303f.
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