(Frz., Sitzung). In der Regel ist damit eine spiritistische Sitzung gemeint, wenngleich der Terminus auch für Sitzungen gebraucht wird, deren Teilnehmer der spiritistischen Hypothese neutral oder ablehnend gegenüberstehen.
Der vorrangige Zweck einer spiritistischen Sitzung ist es, über ein Medium Kontakt mit Verstorbenen bzw. allgemein mit dem „Jenseits“ aufzunehmen. Für gewöhnlich fassen die Zirkelteilnehmer dabei einander an den Händen und bilden so eine „Kette“ (zur Stärkung der Kraft, aber auch zur Kontrolle). Das Ganze geschieht entweder bei völliger Dunkelheit, im Schein einer Kerze oder bei Rotlicht.
Als sichtbare Zeichen eines Kontakts mit dem Jenseits gelten u.a. die verbale Kommunikation des Mediums mit demselben, automatisches Schreiben, die Materialisation von Gegenständen, Apportphänomene, Ektoplasma, Telekinese, Levitation.
Älteste Berichte von S.n. reichen bis in die Antike zurück. Die Blütezeit lag zwischen 1850 und 1890.
Zusammenkünfte ohne spiritistische Einkleidung dienen hingegen lediglich dem Studium der bei solchen Sitzungen auftretenden paranormalen Phänomene (Experimentalsitzung).
Lit.: Bassler, Moritz/Gruber, Bettina/Wagner-Egelhaaf, Martina (Hrsg.): Gespenster: Erscheinungen, Medien, Theorien. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2005.