(Pseud.), latinisierte Form von Wilhelm Adolf Schreiber (* um 1550 Marburg; † 1600 Korbach), Philosoph, Logiker, Mediziner, Philosophielehrer in Marburg, wo er dissertierte. Ab 1581 Gymnasiallehrer in Korbach; Anhänger der Lehren des französischen Philosophen, Aristoteles-Gegners und Kalviners Petrus Ramus (1515-1572).
Im Gegensatz zur Meinung anderer Vertreter der Hexenlehre (wie Johann Ewich, Johannes Weyer, Rudolf Goclenius usw.) verfocht S. als Hexentheoretiker die Ansicht, dass durch das Gottesurteil (Ordal) der sog. Wasserprobe (Wasserbad) die Hexen als solche überführt werden könnten, und begründete seine Ansicht mit der dem Teufelspakt folgenden körperlichen Inbesitznahme der Hexen durch den bösen Geist, wodurch eine Gewichtsabnahme erfolge, die ein Auf-dem-Wasser Schwimmen der bewegungsunfähigen Hexen ermögliche!
W.: De Sagarum natura et potestate, deque his recte cognoscendis et puniendis Physiologia. Ubi de purgatione earum per aquam frigidam. Contra Joannem Ewichium in Republica Bremensi, & Her. Neuwaldum in Academia Helmstatiensi Doctores Medicos & Professores, Lemgo 1583, Marburg 1588; Von Sendbrieff/Von erkundigung und Prob der Zauberinnen durchs kalte Wasser, 1583, in: Abraham Sauer (Hrsg.): Theatrum de veneficis. Frankfurt/M., 1586; Rerum naturalium doctrina methodica, 1585; Responsio ad examen ignoti patroni veritatis de purgatione Sagarum per aquam frigidam. Frankfurt/M., 1590.
Lit.: Kleinwegener, G.: Die Hexenprozesse von Lemgo, masch. Diss. Jur., Bonn 1954; Kremer, Diana: „Von erkundigung und Prob der Zauberinnen durchs kalte Wasser.“ Wilhelm Adolph Scribonius aus Marburg und Rudolf Goclenius aus Korbach zur Rechtmäßigkeit der „Wasserprobe“ in dem Rahmen der Hexenverfolgung, in: Geschichtsblätter für Waldeck, Bd. 84 (1996), S. 141-168.